Roadmovie in der ehemaligen DDR mit der Atmosphäre von Wenders

Jensons Film AMERIKA, der unter anderem für den Max Ophüls Preis, GERMANY2000 New York und das international renommierte Festival "Karlovy Vary" nominiert wurde, handelt von einer Ost-West-Begegnung in der ehemaligen DDR der Nachwendezeit: der arbeitslose Bergarbeiter Lanski trifft den exaltierten Selbstdarsteller Travis. Gemeinsam treiben sie durch die ausgeräumten Landschaften Ostdeutschlands. So unvermittelt wie beide zusammengekommen sind, trennen sie sich auch wieder. Lanski, der neben einer neuen Identität auch eine Perspektive sucht, wird weder in Begleitung, noch alleine fündig.

AMERIKA ist ein Roadmovie, das sich, im Gegensatz zu konstruierten Handlungssträngen konventioneller Erzählmuster, stark über Bilder definiert.

Metamedia/ Berlin 2000

Filme sind Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses. Sie sind wesentlicher Bestandteil dessen, an wen oder was wir uns erinnern. Keine Erinnerungen! Kein Vergessen!
Road-Movie AMERIKA fotografiert/ reisend ostdeutsche Landschaften, wie man sie noch teilweise im amerikanischen Westen findet. Weit. Horizontal. Ereignislos. Diese filmische Ereignislosigkeit wird den einen oder anderen an sein Leben erinnern; mich erinnerte es an meines. Menschen treffen aufeinander, sie passieren sich; es passiert nichts. In AMERIKA geht es letztendlich um die Frage: Was wäre möglich gewesen? Würde man den Ton/ Stummfilm bei der Filmvorführung abschalten, könnte man die eigentliche Erzählung am deutlichsten Erkennen: sie findet sich in den Filmbildern. Alles was wir wissen müssen, können wir sehen: Möglichkeiten/ Raum.

jens jenson/ Berlin 2000






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