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Arte 3/2002: Jenson schuf ein sozialkritisches Roadmovie, das in ästhetisch perfekt durchkompo- nierten Schwarzweiß - Aufnahmen durch den Osten Deutschlands führt und uns keine "blühenden Landschaften" zeigt, sondern Orte, die vom Mauerfall wirtschaftlich nicht gerade profitiert haben. Festival-Nominierungen 21. Max-Ophüls Festival 2000 / Saarbrücken 35. IFF International Filmfestival Karlovy Vary The Museum of Modern Art, New York, Germany 2000 NEW FILMS VII. Festival de cinema independent de Barcelona / Spain 2000 International Filmfestival Bratislava 2001 Museum of Modern Art, Kurator of Film Department: Laurence Kardish: "GERMANY 2000 new FILMS" The debut feature by Jens Jenson, a cameraman, is a stunningly photographed black-and-white 'road-movie' about Lanski a young miner from the former East made redundant by Reunification. With his old Volga automobile and a strange companion. Lanski drives across unfamiliar German Landscapes looking for his 'AMERIKA', a promise in both a new political climate and an excursion that recalls early Jarmusch and Wenders." Frankfurter Rundschau vom 02.02.2000, Thomas Rothschild; Götter, Gurus und Geehrte Das Saarbrücker Filmfestival um den Max-Ophüls- Preis ...In Saarbrücken sind regelmäßig Filme zu sehen, die das Publikum und die Kritik spalten. Sie fordern Zustimmung oder Ablehnung heraus. Gleichgültigkeit lassen sie nicht zu. Solch ein Film war diesmal Amerika von Jens Jenson. Wer, geprägt vom Mainstream des Hollywoodkinos, von einem Film erwartet, dass er eine mehr oder weniger spannende Geschichte erzählt, findet Filme wie diesen langweilig. Wer hingegen ins Kino geht, um dort einer Anstrengung zu begegnen, die keine andere Kunst als der Film leisten kann, nämlich die Herstellung von Bedeutungen, Stimmungen, Einsichten, Gefühlen durch bewegte Bilder, der hat Ursache, sich für Amerika zu begeistern. Die Vorbilder sind unübersehbar die frühen Filme von Wim Wenders und Jim Jarmusch. Wer offensichtliche Ähnlichkeiten zum Vorwurf münzt, muss dies auch dort tun, wo die Ästhetik von Tatort-Krimis oder Werbespots, die Dramaturgie von amerikanischen Actionfilmen nachgeahmt wird. Man kann, umgekehrt, Amerika als Beleg dafür werten, wie produktiv die Verfahren von Wenders oder Jarmusch nach wie vor sind. Jenson, der erkennbar von der Kamera herkommt, lässt die Reise seines "Helden", eines arbeitslosen Bergarbeiters aus Ostdeutschland, in kurzen, oft nur aus einer einzigen Einstellung bestehenden Sequenzen sich vollziehen, die durch Schwarzkader voneinander getrennt sind. Der karge Dialog und eine knappe Erzählung aus dem Off begleiten die faszinierend durchdachten Schwarz-Weiß-Bild-Kompositionen. Sie machen eine Atmosphäre spürbar, die in vieler Hinsicht als das heutige Pendant zu jener Atmosphäre im gespaltenen Deutschland gelten kann, die Wim Wenders in Im Laufe der Zeit vermittelt hat.... Metamedia Presseinformation, 23.08.2000 Exportschlager Neuer Deutscher Film: "AMERIKA" goes New York. Der Berliner Regisseur Jens Jenson wurde für den Film "AMERIKA" überraschend für das renomierte New Yorker Festival "Recent Films from Germany" nominiert. Berlin, 23.08.2000. Während das Bundespresseamt in Vertretung für Kulturstaatsminister Naumann mit der Bundesvereinigung des Deutschen Films (BuFi) rätselt, ob das Bündnis für Film gescheitert ist oder nicht, gab der Filmkurator des New Yorker "Museum of Modern Art", Lawrence Kardish, die Einladung des Berliner Regisseurs Jens Jenson für seinen Film "AMERIKA" zum Festival "Recent Films from Germany" bekannt. Dies ist um so erstaunlicher, da Jensons Film Amerika mit einem Low-Budget von DM 400.000 produziert wurde. Sprungbrett für deutsche Filmemacher Das jährlich im November stattfindende Festival ist ein bedeutsames Fenster deutscher Filme für den amerikanischen Markt, durch das Filmemacher wie Fassbinder, Schlöndorff, Doris Dörries und Wim Wenders in den USA bekannt wurden. Die in New York mit Spannung erwarteten Filme sollen ein repräsentatives Bild des neuen Deutschen Films zeichnen. Exportchancen für den Deutschen Film Der jüngsten Äußerung Volker Schlöndorffs, "Der Deutsche Film läßt sich nicht exportieren, weil er weder ein spezielles Lebensgefühl vermittelt, noch irgendetwas über das Land und seine Menschen aussagt", widerspricht Jensons Nominierung: "Ich denke, AMERIKA findet im Ausland diese Resonanz, weil es gelungen ist sowohl das Zeitgefühl, als auch die Atmosphäre des Stillstands der Nachwendezeit zu zeichnen. Es geht um sehr einfache Wahrnehmungen der damaligen Kommunikations- und Ratlosigkeit. Diese haben wir genutzt, um Raum und Landschaft zu ästhetisieren." PREMIERE Interview mit Jens Jenson von Hana Lesenarova und Vladin Sir, 13.07.2000. "Du kannst nicht vor der Zeit fliehen" ...( über Produktion ) Es war immer klar für mich, daß ich Filme machen möchte, jedoch nicht so, wie das in Westdeutschland gehandhabt wird. Ich war jedoch gezwungen, eine finanzielle Unabhängigkeit für mich zu schaffen, weil ich Zeit zum schauen und Beschreiben benötigte. ...( über Deutschland ) Gerade versucht jeder Komödien zu machen, um eine breite Aufmerksamkeit zu erlangen. ...( über Zeit ) Zeit ist ein wichtiges Thema für mich. Manche Leute versuchen sich eine Insel zu schaffen, wo sie abseits vom Geschehen bleiben können, aber das funktioniert leider nicht...." Interview mit Christel Drawer, Festivalleiterin des Max-Ophüls-Festivals / Saarbrücken, von Anke Leweke, tip 3/2000 "...Man sollte den Bezug des Regisseurs zu seinem Stoff erkennen und eine Idee der Inszenierung. Da kann man in diesem Jahr schon einiges neues entdecken. Nehmen wir doch AMERIKA von Jens Jenson. Einige werden diesen Film sicher spröde finden, weil er keine eigentliche Handlung hat, sich einfach auf seine Bilder verlässt, die leeren Landschaften, die auch von der Leere der Personen erzählen. Dieser Film ist auch ein Kommentar zu Ost und West. ... Jenson versucht dem konventionellen Kino etwas entgegenzustellen...." INTERFILM-Info 1/00 Zum Max-Ophüls-Festival 2000 ...So bestach das teils langatmige Roadmovie AMERIKA von Jens Jenson in seinen besten Momenten mit Bildern von Wim-Wenders'scher Qualität.... DIE RHEINPFALZ, Doris M. Trauth-Marx; Von der Notwendigkeit der Liebe ...Sehr wohl am Platz dagegen zwei Stilübungen der besonderen Art. Die eine heißt "Amerika". In seinem ersten Spielfilm behandelt der Fotograf und Kameramann Jens Jenson die leeren Landschaften Ostdeutschlands als Folie für ein allumfassendes Gefühl der Entwurzelung, des Getriebenseins und der unbestimmten Sehnsucht. Mit faszinierenden Schwarz-Weiß-Bildern und fast ohne Dialoge erzählt das Road-Movie vom Aufstand des entlassenen Bergarbeiters Lanski im deutschen Nirgendwo.... Freitag, Pit Fiedler/32. Ausg., 4.8.2000; Im Rückspiegel der Geschichte; Was tschechische und deutsche Filmemacher an der eigenen Vergangenheit interessiert ...Einen ganz anderen, vergleichsweise existentialistischen Zugang zum Scheitern präsentiert der 37- jährige Regisseur Jens Jenson in seinem s/w-low-budget-roadmovie Amerika: Ossi-Bergarbeiter Lanski verliert seine Arbeit, fährt auf Arbeitssuche Richtung Westen und begegnet dem Wessi-Gangster Travis, bevor er in Berlin ankommt. In Auf- und Abblende reiht sich eine Szene an die nächste. Keine ist schlüssig zu Ende erzählt. Die Konstellationen bleiben ebenso vieldeutig wie die Message. Statt Fakten oder Erklärungen liefert dieses Werk Möglichkeiten, Utopisches, Metaphysisches. Amerika: ist bestimmt kein runder Film. Aber in ihm steckt eine beachtliche ästhetische Widerstandskraft. Er drängt dem Publikum keine Gefühle und Interpretationen auf. Jeder muß selbst draufkommen, was von der präsentierten Sprachlosigkeit zwischen Ost und West und dem zitierten Traumland Amerika zu halten sein könnte.... Film-dienst 4/00, Horst Peter Koll; Le Plaisir Der Wettbewerb des 21. Filmfestivals "Max Ophüls Preis" ...Singuläre Eindrücke, starke Momente, Impressionen, Gesichter und schauspielerische Kabinettstücke: ein ungebremster Axel Millberg in "Kismet" von Andreas Thiel und Kai Hensel, die Entdeckung von Elke Winkens als ebenso schöne wie ausdrucksstarke Darstellerin in "Untersuchung an Mädeln" von Peter Payer, das feine Gespür für Landschaften als Spiegel des menschlichen Innenlebens in "Amerika" von Jens Jenson. Das alles und noch manch einzelne Momente mehr hätten wohl auch Max Ophüls Vergnügen bereitet.... |
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